Phase II

In der 2. Förderphase sind insgesamt 16 Mikroprojekte umgesetzt worden. In dieser Phase wurde der Fokus darauf gelegt, Frauen auf ihren Weg in die Existenzgründung vorzubereiten.
Laufzeit: 1 Juli 2004 bis 30 Juni 2005
Aktivtag
Projektidee:
In zwei Jahren LOS wurde im Stadtteil viel aufgebaut. Das möchten wir am Ende der zweiten Phase der Öffentlichkeit und den politisch Verantwortlichen durch einen Aktivtag präsentieren. Durch Aktionen und Präsentationen stellen sich die einzelnen Projekte, aber auch die entstandenen Kooperationen mit ortsansässigen Vereinen und Firmen vor. Ziel der Aktion ist es, das soziale und kulturelle Miteinander im Stadtteil zu stärken und weitere Personen und Gruppen zu bürgerschaftlichem Engagement im Stadtteil zu ermuntern.
Projektverlauf:
Das Ganze fand in einem geselligen Rahmen statt, verteilt über den gesamten Stadtteil:
Den geladenen Gästen wurden einzelne Projekte präsentiert, bei einem Rundgang durch den Stadtteil konnten sie sich über die baulichen Maßnahmen informieren und anschließend wurden die Gäste durch unser Catering-Team verköstigt.
Mit unterschiedlichen Aktionen stellten sich die Projekte vor. Die Teilnehmer vom Männerworkshop führten das Telefontraining vor, die Girly Band, trat auf, das Projekt „Metallicas" veranstaltete ein Basketball-Turnier, eine Seniorengruppe organisierte einen Flohmarkt und für das leibliche Wohl sorgten das Mittagstisch-Team und das Catering-Team zusammen mit den Jugendlichen aus dem Projekt „Bitte schön..."
Fazit:
Der Aktivtag war eine gelungene Abschlussveranstaltung der zweiten Förderphase, bei der die einzelnen Projekte die Möglichkeit hatten, sich vorzustellen.
Projektträger: Treffpunkt Zech e.V.
Wege in die Selbständigkeit
Projektidee:
Eine Gruppe von Frauen, die sich im Projekt Mittagstisch sehr bewährt hat, gründet einen Catering-Service.
In der zweiten Phase bereiten sich zwei Frauen aus dem Catering-Team auf die Selbständigkeit vor. Die Räumlichkeiten und die Ausstattung des Treffpunkts stehen ihnen weiterhin zur Verfügung.
Projektverlauf:
Besonders die Stadtverwaltung und die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft haben das Projekt in der Anfangsphase unterstützt, indem sie die Frauen oft für öffentliche Anlässe engagiert haben.
Inzwischen ist der Service über den Stadtteil und die kommunale Verwaltung hinaus bekannt und bekommt auch Aufträge von anderen Firmen und Privatpersonen, z.B. Firmenjubiläen, Hochzeiten oder sonstige Familienfeste. Das Catering-Team hat sich einen guten Ruf bei der Kundschaft erworben, die internationale Küche kommt gut an. Im Schnitt bewältigt das Catering-Team 4-5 Aufträge im Monat.
Die Frauen haben einen Prospekt und treten bei ihren Cateringaufträgen einheitlich gekleidet auf. Mit roten Schürzen mit dem Namen des Catering-Services „Pikant&Würzig", weißen Blusen und schwarze Hosen.
Nach dem Erfolg der ersten Phase wagten die Frauen in der zweiten Phase den Schritt in die Selbständigkeit. Die dazu notwendigen kaufmännischen Grundkenntnisse erwarben sie in einem Buchführungskurs an der VHS.
Die Herausforderungen für die nächste Zeit besteht nun darin, einen neuen Standort für das Catering zu finden. Die Küche im Treffpunkt ist für Mittagstisch und Catering zu klein geworden. Im Moment bestehen zwei interessante Angebote, von umliegenden Firmen, die Kantinenbewirtschaftung zu übernehmen.
Fazit:
Den Erfolg des Caterings fasst die Quartiersmanagerin Frau Zobel so zusammen:
„Besonders bei den großen Aufträgen wird deutlich, mit wie viel Engagement sich alle beteiligten und sich gegenseitig unterstützten. Die Frauen haben sich an das Auftreten in der Öffentlichkeit gewöhnt, das Servieren und der Kontakt mit fremden Menschen macht ihnen inzwischen Spaß. Sie haben ein offenes und selbstbewussteres Auftreten und gleichzeitig die Möglichkeit ihre finanzielle Situation zu verbessern."
Projektträger: Treffpunkt Zech e.V.
Rund-um in Zech
Projektidee:
Verschiedensten Aktionen mit den Querschnittsthemen Gender-Mainstreaming, Umweltschutz, Toleranz und Demokratie sowie Aktionen, die die Stärkung der Zielgruppen und ihre Fähigkeit soziale Probleme eigenständig zu lösen, in den Mittelpunkt stellen, sollen durch dieses Mikroprojekt gefördert werden.
Projektverlauf:
Gruppen, die sich im Stadtteil aktiv einbringen wurden unterstützt. Beispielsweise organisierte der AK Kunst eine Ausstellung über die Geschichte des Stadtteils. Akribisch und ausdauernd sammelten die Mitglieder des AK Kunst Informationen, Geschichten und Bilder über die Anfänge der Arbeitersiedlung und die weitere Entwicklung. In einer vielbeachteten Ausstellung wurde die Sammlung der Öffentlichkeit vorgestellt.
Außerdem entstand unter den Fittichen des Projektes eine GirlyBand, die über den Stadtteil hinaus bekannt wurde und der Lenkungsausschuss wurde über die Gender Mainstreaming-Thematik informiert.
Fazit:
Da viele der Aktionen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich waren bzw. über den Stadtteil hinaus mit Interesse wahrgenommen wurden, haben die Aktionen des Projektes einen positiven Beitrag zum Image des Stadtteils geleistet.
Projektträger: Gemeinnützige Wohnungsbau Gesellschaft mbH
Pro Beruf
Projektidee:
Nachdem der Mittagstisch so erfolgreich war, bereiten sich die Frauen in der zweiten Phase auf die Prüfung zur Hauswirtschaftshelferin vor. Im wöchentlichen Unterricht können sie sich auf die hauswirtschaftlichen Bereiche, wie z.B. Reinigung, Wäschepflege, Dekoration aber auch auf die Fächer Mathematik und Deutsch vorbereiten. Beim Mittagstisch wird das Ganze dann praktisch angewendet.
Projektverlauf:
Bis zur Fertigstellung musste aber eine Zwischenlösung gefunden werden. In dieser Zeit bauten wir ein Zelt im Garten des alten Treffpunkts auf. Das Essen wurde in der kleinen Küche des Treffpunktes gekocht und über eine Leiter zum Fenster hinaustransportiert. Inzwischen ist der Mittagstisch in das neue Gebäude gezogen. Alles läuft viel professioneller ab. Es gibt eine gut ausgestattete Küche, zusätzliche Geräte wurden teilweise von Firmen aus der Gegend gespendet, gegessen wird in einem freundlichen großen Aufenthaltsraum.
In der zweiten Phase nahmen die Frauen einmal in der Woche an einem Hauswirtschaftskurs teil, der im Treffpunkt stattfand. Hier lernten sie zum Beispiel, wie der Tisch richtig gedeckt wird oder wie serviert wird, aber auch Dinge, wie Wäschepflege und Reinigung wurden behandelt. Beim Mittagstisch wurden die gelernten Themen dann praktisch umgesetzt. Damit die Frauen die Prüfungsaufgaben auch verstehen, wurde im Kurs zusätzlich auch Mathematik, z.B. Drei-Satz-Aufgaben und Deutsch unterrichtet.
Fazit:
Der Mittagstisch ist fester Bestandteil des Stadtteils geworden und wird regelmäßig zweimal in der Woche angeboten. Mit großem Eifer haben sich die Frauen aus dem Mittagstisch-Team dem zusätzlichen Unterricht gewidmet. Leider stellte sich aber zu Projektschluss heraus, dass der angestrebte Abschluss nicht mehr so wie geplant angeboten wird. Ein erfolgreicher Abschluss einer alternativen Prüfung war aber für viele der Migrantinnen nicht realistisch, sodass wir von einer externen Prüfung am Ende des Projektes Abstand nahmen.
Projektträger: Treffpunkt Zech e.V.
Pro Administration
Projektidee:
In der zweiten Phase bereiten sich die Frauen innerhalb des Qualifizierungsbüros auf die Ausbildereigungsprüfung.
Projektverlauf:
In der zweiten LOS-Phase absolvierten die Frauen dann erfolgreich einen Ausbildereignungslehrgang an der IHK in Weingarten. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, für die Ausbildung von Nina und Robert, aber auch für Praktikantenstellen. So konnte für ein halbes Jahr eine Praktikantin beschäftigt werden.
Fazit:
„Inzwischen können wir uns die LOS-Projekte ohne die Unterstützung durch das Büro gar nicht mehr vorstellen", berichtet die Quartiersmanagerin Frau Zobel. „ Wir konnten auch die Abwicklung von benachbarten LOS-Gebieten übernehmen, sodass sich das Büro in der nächsten Phase finanzieren kann. Außerdem haben wir noch kleinere externe Aufträge bekommen."
Projektträger: Treffpunkt Zech e.V.
JobAktiv
Projektidee:
Die in der ersten Phase entstandene Anlaufstelle für Arbeitssuchende aus dem Stadtteil sollte in dieser Phase erhalten und durch niederschwellige Qualifizierungsmaßnahmen ergänzt werden. Um die Hemmschwelle zur Kursteilnahme möglichst gering zu halten, sollten als Kursleiter sogenannte Multiplikatoren aus dem Stadtteil gewonnen werden. Diese konnten dann die Gestaltung der Kurse auf die Bedürfnisse der Teilnehmer abstimmen.
Projektverlauf:
Die EDV-Schulungen finden je nach Bedarf über einen kürzeren Zeitraum statt. Angeboten werden Excelkurse, Zehnfingersystem mit Aufbaukurs, Wordkurse und Internetkurse.
Besonders türkische Frauen aus dem Stadtteil verfügen nur über mangelnde Deutschkenntnisse. Ihr Leben ist oft nur auf den häuslichen Bereich beschränkt. Sie haben nur selten Kontakt zu Deutschen und sind stark isoliert. Vielen bereiten schon alltägliche Dinge, wie Einkaufen, Besuche beim Arzt oder auch der Kontakt zur Schule Probleme.
Darauf versuchten wir einzugehen, indem wir Grundfertigkeiten der deutschen Sprache in alltäglichen Situationen im Kurs einübten und später in der Praxis erprobten. Außerdem organisierten wir Vormittage im Nachbarschaftscafe des Stadtteils mit den Frauen.
Der Kurs fand zweimal in der Woche statt. Durchschnittlich nahmen ungefähr 10 Frauen teil. Zeitweise konnte sogar ein zweiter Kurs für Teilnehmerinnen mit ersten Grundkenntnissen angeboten werden. Inzwischen wird er finanziell unterstützt durch den LIONS-Club und unabhängig von LOS-Geldern weitergeführt.
Fazit:
Wichtig ist eine unbürokratische Anlaufstelle im Stadtteil, die über das übliche Angebot der Vermittlungsagenturen hinaus, individuelle und flexible Unterstützung bietet.
Projektträger: Treffpunkt Zech e.V.
Beruf & Familie ist möglich!
Projektidee:
Im Lauf der ersten LOS-Phase hatte das Projekt eine eigene Dynamik entwickelt. Ohne Kinderbetreuung wären viele unserer Projekte nicht möglich gewesen. Für manche Mutter war es ein Sprungbrett zum beruflichen Wiedereinstieg nach der Kinderpause. Das ermutigte uns, in einer weiteren Phase dieses Angebot auszubauen und Praktikantenstellen für angehende Erzieherinnen einzurichten.
Projektverlauf:
Das Angebot umfasste inzwischen eine regelmäßige Betreuung vormittags zwischen 9.00 Uhr und 12.00 Uhr. An manchen Tagen kamen bis zu 15 Kinder. Zuletzt waren zwei Betreuungskräfte beschäftigt, eine davon eine Praktikantin, die gegen Ende der Förderperiode ihre Ausbildung beenden konnte.
Eine engere Zusammenarbeit hat sich mit dem Deutschkurs entwickelt. Viele Teilnehmerinnen bringen ihre Kinder während des Kurses in die Kinderbetreuung. Für manche von den Kindern ist es sehr schwer sich von ihrer Mutter zu lösen. Daraus entstand die Idee, den Deutschunterricht manchmal auch gemeinsam mit den Kindern zu gestalten. Die Kinder singen dann gemeinsam mit ihren Müttern Kinderlieder oder sie proben zusammen Singspiele ein.
Fazit:
Die Kinderbetreuung ist aber nicht nur Stütze für unsere angebotenen Projekte und Sprungbrett zur Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit für Mütter geworden, sondern im Projekt selbst sind zwei Beschäftigungsmöglichkeiten entstanden.
Weiterfinanziert wird die Kinderbetreuung in Zukunft durch den LIONS-Club.
Projektträger: Internationaler Frauentreff
SMS - Starke, motivierte und selbstbewusste junge Menschen für die Berufswelt
Projektidee:
Junge Menschen des Fördergebietes speziell aus sozial unterprivilegierten Schichten oder mit Migrationshintergrund erhalten individuelle Hilfestellung bei der Vorbereitung auf Prüfungen und bei der Praktikums- und Lehrstellenakquise.
Projektverlauf:
Da viele der Jugendlichen hatten nicht nur schulische Defiziten sondern vorallem auch mangelnde soziale Kompetenzen. Deshalb wurden die Jugendlichen durch die Mentoren meist in Einzelgesprächen manchmal auch kleineren Gruppen auf ihren Schulabschluss vorbereitet oder während ihrer Lehrzeit unterstützt um einen Lehrabbruch zu verhindern.
Mit Übungen zur Steigerung der Frustrationstoleranz und Teamfähigkeit, sowie einer gemeinsamen Analyse der individuellen Situation des jungen Menschen wurden Lösungswege erarbeitet.
Manchmal musst der Kontakt zu Lehrkräften bzw. Arbeitgebern hergestellt und aufrecht gehalten werden.
Fazit:
Das Interesse der Jugendlichen für eine regelmäßige zusätzliche Betreuung war im Vergleich zur ersten Phase sehr gering. Zu den angebotenen Förderstunden kamen vier Mädchen regelmäßig, sie benötigten insbesondere in den Fächern Deutsch und Mathematik Unterstützung. Einige der Jugendlichen benötigten Hilfe bei ihrer Bewerbung.
Ein neuer Schwerpunkt war aber die Begleitung von einzelnen auffälligen Jugendlichen in ihrer Ausbildung. Dazu waren wir in ständigem Kontakt mit dem Ausbildungsbetrieb.
Projektträger: Ernst Ammann Consultant
Kompetenz- Camp
Projektidee:
In gemeinsamen Aktionen, sollten die Jugendlichen lernen, mit sich und ihren Mitmenschen konstruktiv und solidarisch umzugehen. Sie sollten dazu befähigt und zu motiviert werden, einen positiven Einfluss auf andere auszuüben.
Projektverlauf:
Unsere erste gemeinsame Aktion war ein Hüttenwochenende mit 15 Jugendlichen (5 Mädchen und 10 Jungs). Weil das Wochenende verregnet war und wir außer beim Aufstieg und beim Abstieg wenig wandern konnten, verbrachten wir das Wochenende in der Hütte gemeinsam mit Spielen, Kochen und Gesprächen.
Den geplanten Skitag im Winter mussten wir trotz anfänglicher Begeisterung zunächst fallen lassen, weil wir am Abfahrtstag feststellten, dass keiner der gemeldeten Teilnehmer noch Interesse hatten. In einem zweiten Anlauf holten wir den Skitag als Abendveranstaltung mit Flutlichtfahren nach.
Weil einige der Jungs, die regelmäßig in den Jugendtreff kommen, sich sehr auffällig und dominant verhalten, organisierten wir speziell für Mädchen einen Reitnachmittag.
Begeistert übten die Mädchen den Umgang mit einem Pferd und unternahmen erste Reitversuche. Für alle Beteiligten war dieser Nachmittag eine so positive Erfahrung, dass wir die Aktion auf Bitten der Mädchen noch einige Male wiederholten.
Unsere Erfahrung ist, dass es durchaus vorteilhaft ist, auch Aktivitäten nur für Mädchen anzubieten.
Fazit:
Eine große Herausforderung unserer Arbeit ist, dass der Jugendtreff von einer Gruppe Jugendlicher besetzt ist, von denen sich einige sehr auffällig verhalten. Das wirkt sich auf viele unserer Projekte aus. Zum einen benötigen diese Jugendlichen eine besonders intensive Betreuung, gleichzeitig müssen aber auch verstärkt Anstrengung unternommen werden, um Jugendliche außerhalb dieser Clique zu einer Teilnahme an den Aktionen zu motivieren.
Projektträger: Jim e.V.
Job Börse
Projektidee:
Weil die Vermittlung von Ferienjobs und Ferienpraktika an Schülerinnen und Schüler in der ersten Phase von allen positiv aufgenommen wurde, entschlossen wir und dieses Angebot nun auf das gesamte Schuljahr auszubauen und von zwei Projektleitern systematisch zu erweitern.
Projektverlauf:
Zunächst wurde mit einem Fragebogen, der an Jugendliche des Stadtteil und Firmen, sowie soziale Einrichtungen verteilt wurde, Angebot und Nachfrage abgeklärt.
Aber auch bei Privatpersonen aus dem Stadtteil suchten wir nach geeigneten Jobs für Schüler, wie zum Beispiel Rasenmähen oder Gartenarbeit. Dafür war allerdings kein Bedarf im Stadtteil.
Praktikumsmöglichkeiten gaben es hauptsächlich bei Unternehmen oder anderen Institutionen. Einer der Jugendlichen konnten wir sogar ein soziales Jahr in einem Altenheim in der Stadt vermitteln.
Fazit:
Während das Interesse bei den Jugendlichen in der ersten Förderphase erfreulich war, meldeten sich in dieser Förderphase weniger Jugendliche. Trotzdem ist es wichtig im Stadtteil eine unbürokratische Anlaufstelle für die Jugendlichen zu haben, die mit möglichen Anbietern von Praktikanten- oder Lehrstellen vernetzt ist, und sie bei der Suche unterstützt.
Projektträger: Ernst Ammann Consultant
Chance für besonders benachteiligte junge Menschen
Projektidee:
Nina Fritz hatte zunächst ein Praktikum im Treffpunkt absolviert. Nachdem sie keine Ausbildungsstelle gefunden hatte und die Arbeit in Treffpunkt und Qualifizierungsbüro für eine Ausbildung zur Bürokauffrau geeignet war, entschlossen wir uns zwei neue Ausbildungsplätze für Jugendliche aus dem Stadtteil zu schaffen. Die Ausbildungen zur Kauffrau bzw. Kaufmann für Bürokommunikation findet im Verbund mit der Stadtverwaltung und der Gemeinnützigen Wohnungsbau-Gesellschaft statt und geht über drei Jahre.
Projektverlauf:
Formal möglich war dies, weil Frauen aus dem Projekt Qualifizierungsbüro die Ausbildereignungsprüfung absolviert hatten. Eine wichtige Voraussetzung um ausbilden zu dürfen.
Die praktische Ausbildung erfolgt im Treffpunkt, im Qualifizierungsbüro und bei unseren Verbundpartnern.
Die beiden Azubis sind zwei Tage in der Woche in der Berufsschule in Immenstadt, die restlichen drei Tage war Nina zunächst im Treffpunkt und im Qualifizierungsbüro tätig, Robert in der Stadtverwaltung. Zum Ende der Förderphase soll die Ausbildung von den Verbundpartnern übernommen werden.
Fazit:
Nina und Robert haben das erste Lehrjahr so erfolgreich abgeschlossen, dass sie die Möglichkeit haben, ihre Lehrzeit zu verkürzen.
Projektträger: Treffpunkt Zech e.V.
Berufliche Organisierte, Offene Trainings
Projektidee:
In Projekten mit gemeinschaftlichen Zielsetzungen erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, unterschiedliche Berufsbilder kennenzulernen und praktische Erfahrungen in handwerklichen Berufen zu sammeln.
Durch kurze einmalige Aktionen können sie Tätigkeitsbereiche von Unternehmen in der Umgebung kennen lernen.
Projektverlauf:
"Zimmerei" (Dezember 2004)
Bei dieser Aktion erstellten die Jugendlichen einen Anbau für ihren Jugendtreff. Hier konnten die Jugendlichen Basisarbeiten mit Holz, Farbe und Glas kennen lernen.
Nach vorbereiteten Plänen zimmerten sie ein Holzgerüst, die Wände wurden mit Holzbretter vernagelt und gestrichen. Auch die Fenster wurden selbst hergestellt. Im Frühsommer wurde das Projekt in einer Großaktion abgeschlossen und die Türen und Fenster eingesetzt. Die Fertigstellung konnte mit einem Grillfest gebührend gefeiert werden.
Besuch bei der Firma Metzeler (Februar 2005):
Im Rahmen einer Patenschaft zwischen einer, im Stadtteil angesiedelten Firma, und dem Projekt „Soziale Stadt", wurde von den Auszubildenden der Firma ein Informationsnachmittag für die Zecher Jugend veranstaltet. Der Termin war im Vorfeld im Stadtteil durch Flyer und über den Jugendtreff bekannt gegeben.
Die Auszubildenden des Unternehmens hatten die Aktion vorbereitet. Sie stellten die einzelnen Arbeitsvorgänge in der Metallverarbeitung vor und die Besucher konnten bei vorbereiteten Arbeitsabläufen selbst Hand anlegen.
Segelboote wassertauglich machen (März 2005):
Leitende Gruppe dieser Aktion war die Schiffergilde e.V., ein Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, das Zusammenleben von behinderten und nichtbehinderten Menschen im Sinne des Integrationsgedankens zu fördern.
Ziel unserer Aktion war nun gemeinsam mit behinderten Jugendlichen des Vereins Vereinsboote für die kommende Saison vorzubereiten. Die Aktion fand über zwei Tage statt, übernachtet wurde im Vereinshaus und auch die Versorgung wurde gemeinsam organisiert.
Fazit:
Bei diesen Aktionen wurde deutlich, welchen Stellenwert die aufsuchende Arbeit im Umgang mit Jugendlichen im Stadtteil hat. Vor allem die Zusammenarbeit mit den Behinderten war eine neue Erfahrung für die Zecher Jugendlichen. Ihre anfängliche Skepsis legte sich bald, durch die offene Umgangsart der Vereinsmitglieder.
Projektträger: JIM e.V.
Metallicas
Projektidee:
Jugendliche aus Zech ergreifen Eigeninitiative. Entstanden ist das Projekt, nachdem die Parkbänke nach häufigen Beschädigungen von der Stadt abgebaut wurden und es nun schon einige Zeit keine Sitzmöglichkeiten am Basketballplatz mehr gab. Hier wollten einige Jugendliche aus dem Stadtteil in Eigeninitiative Abhilfe schaffen.
Aus Stahl und Beton soll am Basketballplatz eine Tribüne gebaut werden. Außerdem werden Platten gelegt und die Körbe wieder auf Vordermann gebracht. Die Jugendlichen können sich mit dieser Einrichtung identifizieren und eine Wertschätzung für sie entwickeln.
Projektverlauf:
Mit einer Materialspende der Firma XOMOX und den Stadtentwässerungswerken konnte die Idee in einem Projekt verwirklicht werden.
Zunächst wurde ein Fundament ausgehoben, eine Metalltribüne mit Sitzbänken geschweißt und im Boden verankert und das Ganze noch so bearbeitet und gestrichen, dass die Tribüne auch jedem Wetter standhält.
Zur Einweihung organisierten die Jugendlichen am Aktivtag ein Baskettball-Turnier mit acht Mannschaften, die gegeneinander antraten. Auch die, im Stadtteil aktiven Betreuuer, ehrenamtliche und hauptamtliche, mussten sich dem Wettkampf stellen. Im ganzen Stadtteil verteilten die Jugendlichen Flyer, mit denen sie zum Turnier einluden und sorgten für einen Imbiss für Zuschauer und Spieler.
Fazit:
Dieses Projekt war eine sehr positive Erfahrung für Betreuer und Jugendliche.
Die Idee für dieses Projekt war in der Gruppe der Jugendlichen entstanden. Von Anfang bis zur Einweihung „ihrer" Tribüne am Schluss des Projektes waren sie mit Begeisterung und Engagement bei der Sache und zuletzt konnte sich der ganze Stadtteil vom Projektergebnis überzeugen.
Projektträger: TSG Zech Turn- und Sportgemeinschaft Lindau-Zech e.V.
Bitte schön... !
Projektidee:
Jugendliche erhalten in diesem Projekt die Chance, in das Hotelfach zu schnuppern. Neben Servicekursen und Einblicken in die Küche dürfen sie im Stadtteilcafe gegen ein kleines Entgelt ihr Können unter Beweis zu stellen.
Projektverlauf:
Im Treffpunkt fanden nachmittags die Servierkurse statt. Die Jugendliche lernten, wie man einen Tisch richtig deckt, das Balancieren von Tellerstapeln oder das professionelle Servieren. Hier wurden auch die Vorbereitungen getroffen, wenn sie ihren „Auftritt" hatten.
Was die Jugendlichen in den Nachmittagskursen gelernt haben, konnten sie bei vielen Gelegenheiten zeigen. Zum Beispiel beim Aktivtag, im Stadtteilcafe oder bei einigen Ausschusssitzungen.
Fazit:
Bei diesem Projekt waren alle mit Begeisterung dabei. Besonderer Ansporn war für die Jugendlichen die Möglichkeit das Gelernte auch wirklich umsetzen zu können und dabei ihr Taschengeld aufbessern zu können.
Projektträger: Park Camping Lindau am See in Zech
Männer Workshop
Projektidee:
Langzeitarbeitslose Männer tun sich besonders schwer, eine geeignete Arbeitsstelle zu finden. Für viele von ihnen bietet sich die Möglichkeit der „kleinen Lösung" nicht. Wir haben deshalb in einem zusätzlichen Projekt versucht, auf sie gesondert einzugehen. In diesem Projekt wird eine Gruppe von schwer vermittelbaren Langzeitarbeitslosen individuell betreut, in einem geschützten Rahmen auf die Integration in den Arbeitsmarkt vorbereitet und bei ihrer Suche nach einer Arbeitsstelle unterstützt werden.
Projektverlauf:
Neben der Suche nach geeigneten Stellen in Internet und Zeitung organisierten wir unterschiedliche Kurse für die Teilnehmer. Zum Beispiel: EDV-Kurs, Gesprächstraining oder Telefontraining
Zwei Männer konnten wir auf diesem Weg unterbringen, einer arbeitet nun in einer Fahrradwerkstatt, der zweite ist in einer Pizzeria als Spüler beschäftigt. Einer unserer Teilnehmer hatte eine Ausbildung als Telefontrainer absolviert, ihn konnten wir für unsere Kurse engagieren.
Fazit:
Die wichtigste Erfahrung für uns war, welche Bedeutung die Kurse für die Betroffenen hatten. Unser Engagement war Anlass für sie neue Hoffnung zu schöpfen. Alle erschienen regelmäßig, für manche waren sie ein Mittel wieder einen Rhythmus in den Alltag zu bekommen und Kontakt zu anderen aufzunehmen.
Projektträger: Männerselbsthilfegruppe
Unschlagbar
Projektidee:
Mit diesem Projekt sollen Mädchen/Frauen dabei unterstützt werden, selbstsicher, selbstbehauptet aufzutreten, ihre eigenen, insbesondere geschlechtsbezogenen Interessen durchzusetzen und adäquat mit Angst und Gewalt umzugehen. Die Jungen/Männer sollen durch Aufzeigen alternativer Verhaltensmuster und männlicher Identitätsbildung befähigt werden, Konflikte und Frustration sozial und konstruktiv zu lösen, um Gewalthandlungen zu verhindern. Darüber hinaus sollen die TeilnehmerInnen grundlegende Sozialkompetenzen erwerben, die ihre berufliche Integration unterstützen.
Projektverlauf:
Nach einem schleppenden Beginn des Projektes bildete sich eine Gruppe von Mädchen, die sich zunächst in Gesprächsrunden mit den Themen Selbst-/Fremdwahrnehmung, Umgang mit Konflikten, Aggression, Frustration und Gewalt und mit dem aktuellen Frauenbild/Männerbild in der Gesellschaft auseinandersetzten. In einem abschließenden Workshop konnten die Mädchen dann Selbstbehauptungstechniken ausprobieren und erlernen.
Fazit:
Für die Mädchen war dieses Projekt ein Anstoß neu über die eigene Situation nachzudenken und sich selbst neu zu bewerten.
Uns wurde wieder neu bewusst wie ungern sich Jungen bzw. Männer auf diese Thematik einlassen und wie schwer es ist diese Gruppe anzusprechen.
Projektträger: AK Wege aus der Gewalt
